Pressemitteilung Nr. 286/05, 14.10.2005

Klausur in Schottland beendet

Kreis-Delegation mit neuen Ideen, Projekten und Arbeitszielen aus Partnerkreis East Lothian zurückgekehrt

Nach vier Tagen Klausurberatung ist die siebenköpfige Delegation des Landkreises Spree-Neiße unter Leitung von Landrat Dieter Friese gestern Abend wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Landrat, Dezernenten, Persönliche Referentin und Partnerschaftsbeauftragte hatten die vergangenen Tage genutzt, um in Dunbar (Partnerkreis East Lothian; Schottland) kommunalpolitische und Verwaltungsprobleme zu besprechen und zeitgleich die Kontakte zum Partnerkreis zu intensivieren und neue Projekte anzuschieben.

In einem „Beratungsmarathon“ von insgesamt 24,5 Stunden – verteilt auf drei Arbeitstage – debattierte die Verwaltungsspitze des Landkreises solche Themen wie den Kreishaushalt 2006, einzelne Projektvorschläge für die neue EU-Förderperiode 2007 bis 2013, die Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit mit der Stadt Cottbus nach dem Scheitern der „Gemeinsamen Region“, außerdem die Struktur- und Stellenentwicklung der Verwaltung, die Umstufung von Landes- und Bundesstraßen, die Weiterentwicklung der Kreisentwicklungskonzeption, die Schulentwicklung im Landkreis Spree-Neiße und die bisherige Arbeit sowie einzelne Maßnahmen des Eigenbetriebes „Grundsicherung für Arbeitssuchende“.
Über konkrete Beratungsergebnisse werden Landrat und Dezernenten in den nächsten Tagen und Wochen in den Ausschüssen bzw. im Kreistag sowie in den Medien berichten.


Besuch in der Kreisverwaltung von East Lothian

Den zweiten Teil des Arbeitsbesuches widmeten die Gäste aus Spree-Neiße den Vertretern ihres schottischen Partnerkreises. So traf sich Landrat Dieter Friese mit seinem schottischen Amtskollegen, Landrat Pat O’Brien, um mit ihm die Partnerschaftsarbeit des vergangenen Jahres auszuwerten und neue Ideen abzustimmen. Darüber hinaus besuchte Friese die Verwaltung des rund 90.000 Einwohner zählenden Landkreises in Haddington und ließ sich hier über die Arbeitsweise, die Struktur und die Probleme der Kreisverwaltung informieren. Friese nach diesem Besuch: „Eigentlich sind wir – in Spree-Neiße – die Schotten, wenn ich mir anschaue, mit wieviel Geld und Personal diese Verwaltung hier arbeiten kann!“ Allein die Kernverwaltung von East Lothian, so Friese, verfüge über 1.300 Angestellte; ca. 4.600 Mitarbeiter gehören dem Landkreis insgesamt an, natürlich einschließlich aller Beschäftigten in den nachgeordneten Einrichtungen. „Und von Personaleinsparungen oder diesbezüglichen Vorgaben aus dem Kreise der Abgeordneten haben unsere schottischen Partner noch nie etwas gehört!“, so ein sichtlich erstaunter deutscher Landrat.

Olaf Lalk, Dezernent für Planung, Bau, Umwelt, Liegenschaftskataster, Landwirtschaft und Veterinärwesen des Landkreises Spree-Neiße, nutzte den Aufenthalt in Schottland dagegen, um sich u.a. mit Pete Collins, dem Direktor für Umwelt in Haddington zu treffen. Während der zweistündigen Unterhaltung tauschten sich die Vertreter beider Seiten vor allem ihre Erfahrungen beim Umgang mit Umwelt- und Müll-Problemen, Planungsleistungen und EU-Gesetzen aus. „Erstaunlich war für mich“, so Lalk nach der Runde, „dass wir den Schotten in Sachen Müllentsorgung meilenweit voraus sind, obwohl für uns beide die gleichen EU-Gesetze gelten! All das, was wir seit Jahren im Griff haben mit unserer Abfall-Trennung, wird in Schottland in diesen Tagen gerade erst begonnen.“ Noch im Jahr 2002, so gab Lalk die Informationen weiter, hätte Schottland 92 % aller Abfälle unbehandelt auf die Mülldeponien gekippt; heute sind es „nur noch“ ca. 89 %. Nun wolle Schottland aber verstärkt an das Bewusstsein der Bevölkerung appellieren, unter anderem mit Aufklärungskampagnen über Abfalltrennung an schottischen Schulen.


Partnerschaft auf mehreren Ebenen

Auf erfreuliche Ergebnisse konnte auch die Partnerschaftsbeauftragte Jana Handrischeck am Ende der Reise verweisen. Sie traf Gesprächspartner zur weiteren Vorbereitung des im November 2005 geplanten Arbeitsbesuches in Schottland im Rahmen des EU-Projektes „Leader+“. Seit anderthalb Jahren sind Deutsche und Schotten bereits im Gespräch, um über die von der EU zusätzlich ausgereichten Gelder transnationale Projekte zu entwickeln. Im November sollen diese Ideen zwischen Spree-Neiße und East Lothian zusammengetragen, konkretisiert und die entsprechenden Partner für das gemeinsame Projekt erstmals persönlich getroffen werden.

Eine Fortsetzung der Kontakte, gegenseitigen Besuche und Praktika wurde außerdem für die verschiedenen Schulen und Volkshochschulen und für das initiierte Fußball-Projekt vereinbart, ließ Friese zum Abschluss der Schottland-Reise wissen. Über die getroffenen Absprachen, Wünsche und die notwendigen Vorbereitungen diesbezüglicher neuer Vorhaben werde die Kreisverwaltung demnächst mit den jeweiligen Partnern in Deutschland sprechen.


„Insgesamt“, so Frieses Resümee nach vier Tagen Schottland-Klausur, „war es nicht nur für mich, sondern auch für die Führungsspitze des Landkreises Spree-Neiße ein äußerst arbeitsintensiver Aufenthalt, bei dem wir einerseits zahlreiche Kreisprobleme besprochen und nach Lösungen und Verbesserungen gesucht haben und andererseits unsere schottischen Partner besser kennenlernen durften, was uns in jedem Falle dienlich sein wird für die alltägliche Partnerschaftsarbeit von zu Hause aus.“


Jana Weber, Pressesprecherin des Landkreises Spree-Neiße
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